Arten von Führungstrainings.
Viele Führungstrainings sind nett, aber wirkungslos. Welche Formate und Themen es gibt – und worauf es ankommt, damit sich im Alltag wirklich etwas verändert.
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Dieser Beitrag beruht auf einem Experten-Interview mit Jürgen Frasch über die üblichen Arten von Führungstrainings.
Welche Formate gibt es?
Es gibt eine reiche Palette an Formaten. Grundsätzlich unterscheidet man:
- Offene Seminare, zu denen Führungskräfte aus verschiedenen Unternehmen angemeldet werden können.
- Inhouse-Formate, die ein Unternehmen nur für die eigenen Führungskräfte bucht. Sie finden klassisch im Unternehmen statt, oft aber auch in Hotels oder Tagungsstätten.
Durchgeführt werden sie drinnen im Seminarraum, draußen oder gemischt. Besondere Formen schaffen gezielt Erlebnisse, um Komfortzonen aufzubrechen – bis hin zu Reisen oder Expeditionen. Immer häufiger werden auch Formate gewählt, um bewusst zur Ruhe zu kommen, zum Beispiel im Kloster.
Wie es in der Praxis meist aussieht
Die große Mehrheit der Führungskräftetrainings findet nach wie vor drinnen und mit althergebrachten Lernmethoden statt. Ich sage „leider“, weil ich hier, wie in unserem Bildungssystem allgemein, zeitgemäße und gehirngerechte Lernmethoden vermisse.
Fragt man Teilnehmer nach ihren Erfahrungen, hört man oft: langatmig und zäh, nett – aber es bringt nichts. Viel Theorie, aber wie soll ich das in der Praxis anwenden?
Es wird noch immer sehr viel über den Verstand gelehrt. Das hilft wenig, wenn es darum geht, die Persönlichkeit zu entwickeln oder wirksames Verhalten zu trainieren. Die meisten Ansätze wirken von außen und vermitteln vor allem Methoden. Selten sind Ansätze, die von innen wirken und das Bewusstsein einer guten Führungskraft entwickeln.
Was viele Trainings ausbremst
- Lernen im gewohnten Umfeld: Frontalunterricht, Business-Outfit, Beamer-Vorträge
- viel Theorie, wenig Praxis, weit hergeholte Beispiele
- Monolog statt Reflexion im Dialog mit den Teilnehmern
- Distanz statt Nähe: Teilnehmer werden auf Abstand gehalten
- Menschlichkeit zu zeigen ist in vielen Trainings für Top-Führungskräfte noch tabu, Fassaden bleiben stehen
- zu viele Inhalte für die verfügbare Zeit
- die Teilnehmer bleiben in ihrer Komfortzone
Mir fehlt dabei oft auch die Verbindung zum großen Ganzen, weil es meist nur darum geht, eine einzelne Methode zu lernen oder zu verbessern.
Wie es anders geht
Neben dem klassischen Frontalunterricht, bei dem der Trainer als Wissender im Mittelpunkt steht, gibt es viele wirksame Lernmethoden, die die Teilnehmer einbeziehen.
Wir lassen unsere Teilnehmer zum Beispiel zuerst erleben, was wir meinen, und liefern dann den theoretischen Unterbau. Wir sind ständig im Dialog und schaffen interaktive Lernfelder.
- Erlebnisorientierte Projekte: Die Teilnehmer bauen etwa ein kreatives Gefährt aus Holz, das anspruchsvolle Kriterien erfüllen muss. Daran lassen sich Führungsverhalten, Entscheidungen und Konfliktgespräche aktiv erleben und trainieren.
- Mentaltraining: Wir zeigen die Wirkung zielgerichteten Denkens und lassen sie persönlich erleben – zum Beispiel beim Scherbenlauf.
- Achtsamkeit: einfache Meditationen oder bewusst erlebte Stille. Wir nennen das „die Stopptaste drücken“.
Welche Arten von Führungstrainings gibt es?
Grob lassen sich zwei große Bereiche unterscheiden:
- Seminare zu Sachthemen, zum Beispiel Prozessmanagement, Change-Management, Betriebswirtschaft, internationales Geschäft oder Personalfachwissen.
- Trainings zur Entwicklung der Führungspersönlichkeit und des Führungsverhaltens.
Die Kernthemen im zweiten Bereich sind:
- Persönlichkeit und Selbstmanagement
- Kommunikation und Umgang mit schwierigen Situationen
- Führungsmodelle und Führungsstile
- Zusammenarbeit von Führungskräften
- Trainings für neue, junge Führungskräfte
- Trainings für erfahrene Führungskräfte
- die Führungskraft als Trainer und Coach
Das Wichtigste: Es beginnt im Inneren
Für mich beginnt alles im Inneren der Führungskraft. Die Ergebnisse von Führung sind immer ein Spiegel der Persönlichkeit und der persönlichen Kompetenzen der Führungskräfte.
Deshalb beginnt die Entwicklung guter Führungskräfte mit einer reifen Leadership-Persönlichkeit und der Fähigkeit zu gutem Selbstmanagement. Dazu gehört eine innere Haltung von Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Entscheidungsfreude.
Wir nennen das „Kapitänsbewusstsein“.
Da ein Kapitän das Schiff nicht ohne seine Mannschaft steuern kann, braucht er im nächsten Schritt ein hohes Maß an Beziehungskompetenz. Das beginnt mit der Fähigkeit zuzuhören und mit der Haltung, das Wohl aller im Blick zu haben. Wichtige Methoden dafür sind teamdynamische Aufgaben, Feedback, Rollenspiele, Selbstreflexion und Lernpartnerschaften.
Die wichtigsten Methodenkompetenzen
- Kommunikation: Die Wirksamkeit einer Führungskraft steht und fällt mit der Fähigkeit, sich klar auszudrücken und wirksam zu kommunizieren. Dazu gehören Rhetorik, Argumentation, Präsentation und vor allem die Fähigkeit, Gespräche zu lenken und Ideen zu bündeln.
- Selbstmanagement: Führungskräfte stehen auf der Bühne und werden genau beobachtet. Wer sich selbst nicht führen kann, wird auch andere nicht führen. Dazu gehören Verbindlichkeit, Umgang mit Zeit, Prioritäten und angemessene Reaktionen unter Druck.
- Schwierige Situationen: Krisengespräche, Schlichtung, Mediation und Konfliktlösung.
- Zusammenarbeit: wirksame Zusammenarbeit der Führungskräfte untereinander und mit den Ebenen darüber und darunter.
- Entwicklung: neue Führungskräfte in ihre Rolle begleiten und erfahrene weiterentwickeln, bis hin zur Führungskraft, die als Trainer und Coach die Potenziale ihrer Mitarbeiter entfaltet.
Fazit: Wenn Führungstraining, dann richtig
Investieren Sie in lebendige, abwechslungsreiche Trainings, die zuerst am Führungsbewusstsein ansetzen. Mit der richtigen inneren Einstellung der Führungskräfte zu ihrer Aufgabe beginnt alles.
Trainings in althergebrachten Formaten, die nur einzelne Methoden losgelöst von einem strategischen Plan vermitteln, halte ich für fragwürdig, weil sie in der Umsetzung zu wenig bewirken.
Wenn Sie souveräne Leadership-Persönlichkeiten entwickeln wollen, die aus hoher persönlicher Kompetenz und gefestigtem Charakter heraus handeln, schauen Sie sich unsere Leadership Days und das Leadership Programm an. Wir stellen aus bewährten Bausteinen ein Konzept zusammen, das zu Ihrem Unternehmen passt – immer abwechslungsreich und interaktiv, drinnen wie draußen.
Häufige Fragen
Führungstrainings: kurz beantwortet
01Welche Arten von Führungstrainings gibt es?
Offene Seminare und Inhouse-Formate, drinnen, draußen oder gemischt. Inhaltlich unterscheidet man Seminare zu Sachthemen und Trainings zur Entwicklung der Führungspersönlichkeit und des Führungsverhaltens.
02Welche Themen gehören in ein Führungskräftetraining?
Vor allem Persönlichkeit und Selbstmanagement, Kommunikation, Umgang mit schwierigen Situationen, Führungsstile, Zusammenarbeit von Führungskräften und die Rolle der Führungskraft als Coach.
03Warum bringen viele Führungstrainings wenig?
Weil sie oft auf Frontalunterricht, viel Theorie und einzelne Methoden setzen, Teilnehmer in der Komfortzone lassen und nicht an der inneren Haltung ansetzen. Das Gelernte kommt dann nicht im Alltag an.
04Was macht ein Führungstraining wirksam?
Wenn es bei der inneren Haltung beginnt, Führung erlebbar macht, im Dialog arbeitet und das Erlebte konsequent in den Arbeitsalltag überträgt.
Welcher Weg passt zu Ihren Führungskräften?
Bevor wir über Formate reden, schauen wir auf die Ursache. Fünfzehn Fragen, drei Minuten – danach wissen Sie, wo Sie ansetzen können.
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